Archive for Mai, 2011

Zahnpflege - ein Offenbarungseid

Sonntag, Mai 29th, 2011

Frau Exakt klagt: “Fred lässt seine Zähne vergammeln und das ist ihm egal. Selbst ein erheblicher Taschengeldabzug für die Zuzahlung beim Zahnarzt schockt ihn nicht. Wie kann ich den Zwölfjährigen noch kontrollieren? Er trickst mich aus, indem er im Bad nur das Wasser rauschen lässt, um mir weiß zu machen, dass er Zähne putzt!“ „Wie klappte das Zähneputzen denn bisher?“ möchte ich wissen. Frau Exakt gesteht: „Ich musste ihn dauernd ermahnen und öfter auch im Bad hinter ihm stehen! Er wird jetzt 13, dann geht das doch nicht mehr!“ „Nein, natürlich nicht,“ pflichte ich ihr bei. Frau Exakt seufzt: „Ich mache mir große Sorgen, dass Fred später mit vergammelten Zähnen herumläuft oder irre hohe Zahnarztrechnungen bezahlen muss.“ – Mir kommen Bilder in den Sinn, wie in naher Zukunft Arme und Reiche sich bereits am Gebiss unterscheiden werden. Die Ursachen sind u.a. die reduzierten zahnärztlichen Untersuchungen in den Schulen und bei Zahnbehandlungen die geringere Kostenübernahme durch die Krankenkassen. Als Pädagogin und Psychologin werden mir noch ganz andere Zusammenhänge deutlich.

Der familiäre Konflikt von Frau Exakt und ihrem Sohn, mit den unerfreulichen Folgen, macht deutlich, wie ungeeignet übliche Erziehungspraktiken mit Kontrollieren und Bestrafen sind. Selbst logische Konsequenzen greifen nur vorübergehend. Spätestens in der Pubertät sind die Jugendlichen den Erwachsenen derart überlegen, dass diese kaum noch Einfluss auf ihre Kinder nehmen können. Es sei denn, …….. ja was? [Mehr]

Fröhliche Ostern?

Montag, Mai 2nd, 2011

Zum 2. Ostertag habe ich Frau Gleichmuth mit ihrem achtjährigen Max und der fünfjährigen Susi eingeladen zum fröhlichen Spielen im Park. Mit großer Freude habe ich für jeden eine durchsichtige Tüte mit Häschen und kleinen Geschenken eingepackt. Zur verabredeten Zeit erwarte ich die Familie im Grünen. Erstmal dürfen die Kinder sich beim Ballspielen austoben. Als Susi die bunten Botgerkugeln sieht, strahlt sie, denn beim letzten Treffen hatte nur Max den Spaß, mit mir zu spielen. Doch was ist das? Max äußert missmutig :”Ich habe keine Lust dazu!” -  Schließlich, seine Mutter redet ihm gut zu, macht er doch mit.

Irgendwann verstecke ich unbemerkt die Ostertüten im Gebüsch. Ich sage zu den Geschwistern: “Der Osterhase hat für jeden, auch für Mama, etwas versteckt. Was Ihr gefunden habt, bringt bitte erst zu uns. Dann wollen wir gemeinsam raten, für wen welche Tüte gedacht ist.” Die Kinder laufen los. Max entdeckt gleich 2 Verstecke. Die Mutter ruft ihm zu: “Lass auch was für Susi!” Ihre Bitte verhallt ungehört, denn schon rennt Max weiter, grabscht die dritte Tüte und lässt Susi weinend im Grase zurück. Schließlich kommt Susi zu uns. Ich habe die Hoffnung: “Vielleicht errät sie, dass die niedliche Dose mit der Perlenkette für sie ist und wird in der Freude den Kummer von eben vergessen.” Weit gefehlt! Jetzt fängt sie erst richtig an zu heulen, als sie sieht, dass die Tüte von Max zufällig etwas größer ist als die Ihre, und zwar bevor sie weiß, was für Schätze wirklich für sie sind! Kein Dank, keine Freude!

Später, als wir auf einer schattigen Bank Schokokuchen verzehren, scheint der Familienfriede wieder hergestellt zu sein. Bald vergnügen sich die Kinder auf dem nahen Spielplatz und die Erwachsenen bleiben sinnend auf der Bank zurück. Unvermittelt kommt Max und herrscht seine Mutter an: “Hast Du die Bänder von meiner Marionette schon auseinander getüftelt?” Frau G. vertröstet ihn auf später. Max greift sich den Ball und düst wieder ab. -  Ich spüre, dass in dieser Familie etwas schief läuft, ….. doch was? [Mehr]