Der Ton macht die Musik

Hans wünscht sich zu seiner 3 1/2 jährigen Tochter Emma eine gute Beziehung. Am Wochenende hat er Zeit. Doch da gibt es manchmal Kummer. Er fragt sich:“Was mache ich nur falsch? Ich kann Emma doch nicht alles durchgehen lassen!“ Ich lasse ihn eine konkrete Situation schildern. Er berichtet:“Emma hat ihre neuen Buntstifte in der Hand und ist gerade im Begriff an der Tapete zu malen. Ich rufe laut: ´Das darfst du nicht, die Tapete wird schlecht, du hast doch einen Malblock!´ Emma heult sofort los und flüchtet zu ihrer Mutter.“ Ich bitte Hans, sich zu überlegen, wie ein solches autoritär ausgesprochenes Verbot bei einem kleinen Kind ankommt. Ihm wird klar, dass Emma, beglückt über die bunten Stifte, sich aufs Malen freut. Der energische Ton des Vaters hat sie vermutlich erschreckt und ihr Angst eingeflößt. Statt sich um eine heile Tapete zu sorgen, will Hans jetzt lernen, verständnisvoll auf Emma einzugehen. Er kann ihr Interesse von der Tapete weg auf den Malblock lenken und sie bitten, diesen mit ihm zusammen zu holen. Beim Malen kann er ihr zuschauen oder mit ihr zusammen etwas kreieren. Anschließend können sie gemeinsam einen Platz an einer Tür finden, wo sie die Malerei befestigen und immer wieder anschauen können. Nach diesem fröhlichen gemeinsamen Tun kann er Emma erklären, dass dieser Platz für Gemälde besser ist als die Tapete, die geschont werden muss. Diese Mitteilung, in einem festen aber freundlichen Ton ausgesprochen, wird ohne unnötigen Kummer wirken.  Und Vater und Tochter haben Spaß mit einander gehabt und von einander gelernt.

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